Rambler EP
01/2005-09/2007
Vorwort
Der Wildstyle ist für das Training leichter Kunstflugfiguren zwar gut
geeignet, aber mit dem Wissen um das Kapital, welches in dem Flieger steckt,
fliegt es sich nicht wirklich frei. Schon seit längerem dachte ich über eine
kleinen Trainer nach, den man immer dabei haben kann. Dieser sollte zu einem vorhanden
Speed 400 mit Getriebe passen, ARF sein und trotzdem ausreichend leicht, damit der 400er noch
normalen Kunstflug ermöglicht.
Nach längerer Suche bin ich beim Rambler EP im Vertrieb von
Lindinger
gelandet. Dieser kleine 1m-Flieger sollte flugfertig 620g wiegen und wird
fertig bespannt mit allen benötigten Teilen geliefert. Der Preis von 59 EUR ist
meines Erachtens kaum zu schlagen. Da würde auch ein Crash nicht so wehtun...
Am 24.01.05 bestellte ich das Modell, am 27.01. stand der Baukasten bereits vor der Tür.
Für den Versand aus österreich eine sehr kurze Zeit. Die Qualität der
einzelnen Teile ist super. Schon beim ersten Anfassen spürt man, wie leicht das
Modell ist. Die Zeiten schwerer ARF-Baukästen scheinen vorbei zu sein. Ausserdem
ist dieser Baukasten absolut komplett! Sogar der 400er Motor mit Getriebe ist mit dabei,
ebenso Ruderanlenkungen und Scharniere.
Die einzelnen Gewichte:
Fläche mit Querrudern 92g, Rumpf 66g, Seitenruder mit Leitwerk 6g,
Höhenruder mit Leitwerk 18g, Motorhaube (GFK!) 20g, Kabinenhaube 12g,
Fahrwerk mit Rädern 24g
Bei der Bespannung hat sich der chinesische Hersteller
The World Models
für eine besonders leichte LighTex-Folie entschieden.
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Bau
Zunächts habe ich mir das Getriebe und den Motor vorgenommen. Diesen möchte ich gerne
noch direkt im Vergleich zu zwei Speed 400 6V an 3s-Konion vermessen. Der beiliegende Motor ist
ein bereits entstörter längerer Speed 400 (also ein 450er/480er) mit Ring. Der Motor
ist auf 8,4V ausgelegt, den besten Wirkungsgrad erzielt er laut Aufschrift bei 21800rpm. Drehmoment
bei besten Wirkungsgrad: 2Ncm.
Dem vormontierten Getriebe liegt sogar ein Streifen Papier für die richtige Einstellung des
Zahnradabstands bei. Die Klappluftschraube, die ebenfalls im Baukasten liegt, hat ein 40er
Mittelstück. In Verbindung mit den Bättern ergibt sich ein Luftschraubengröße
von etwa 9 Zoll. Die Getriebeuntersetzung beträgt 2,5:1.
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Antriebsauslegung
Aus Kostengründen habe ich den Motor genommen, der dem Baukasten beiliegt. Außerdem sollte
so der Schwerpunkt am besten passen, was sich später bestätigte. Mit einem leichten
bürstenlosen Motor sind größere Umbaumaßnahmen notwendig oder man muß
den Rambler vorne aufbleien.
Die Originalluftschraube wird nicht verwendet. Ich habe mich zunächst für eine Aeronaut
CamCarbon 9.5x5 mit 45er Klemm-Mittelstück entschieden.
Als Akku sollten eigentlich zwei extra angeschaffte 8s GP1100er NiMH zum Einsatz kommen.
Durch einen netten Kontakt zu Axel Richter von First Products
bin ich an einen 3s1p-Pack 1100er FePO-Zellen gekommen. Eine Messung des Packs ergab, dass
dieser Pack zwar eine schlechtere Spannungslage hat als ein Achterpack GP1100er, das geringere
Gewicht dieses Leistungsdefizit aber wieder aufwiegt. Der gesamte Pack wiegt inklusive
Balancerkabel 134g. Bei einer 10C-Entladung kommt die Einzelzelle auf eine mittlere Leistung von
0.66W/g (2.58V im Mittel und 984mAh entnommene Kapazität). Meine etwas betagten GP1100er
liegen bei 10A Entladung bei 0,50W/g (1.16V im Mittel und 831mAh).
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Fliegen
Flugfertig bringt der kleine Rambler 636g auf die Waage. Die Flächenmontage des Tiefdeckers
ist schon beim ersten Mal eine nervige Angelegenheit. Ohne eine extra Halterung für den Rumpf,
muß dieser auf den Rücken gelegt werden, was für das Seitenleitwerk nicht gerade
günstig ist. Die beiden Stahlschrauben zur Montage der Fläche sind meines Erachtens
falsch ausgelegt. Diese werden später einer einzigen größeren Nylonschraube weichen.
Auf unserer gut gemähten Graspiste erzeugt der Antrieb genügend Vortrieb für den
ersten Bodenstart. Der Rambler hebt mit gezogenem Höhenruder nach einigen Metern ab und kippt
sofort nach rechts. Zum Glück kann mit den Querrudern noch reagiert werden. Mit ständiger
Linkskorrektur steigt der Rambler zügig auf Höhe. Der Schwerpunkt scheint für's
erste zu Stimmen und die Leistung mit dem kleinen Bürstenantrieb ist locker ausreichend... mehr,
als ich erwartet hatte.
Nach einigen Rollen und Loopings und immer wieder Korrigieren mit Querruder "links" landet der
Rambler sauber ohne Kopfstand trotz der kleinen Räder. Mein kleines Fazit vom Erstflug:
Der Rambler braucht deutlich mehr Querruder, diese wirken sehr träge. Der Schwerpunkt stimmt
erstmal. Das Abkippen nach rechts muß untersucht werden. Entweder handelt es sich um einen
Verzug in der Fläche oder um eine nicht ausgewogene Fläche. Die Antriebsleistung
ist völlig in Ordnung. Der Rambler sollte nicht senkrecht steigen und Loopings gehen problemlos.
Juni 2007: Die Fläche ist tatsächlich auf der rechten Seite schwerer als auf der
linken Seite. In die linke Flächenhälfte wird am äußersten Rand ein wenig Blei
zur Korrektur eingeklebt. Außerdem wird das Modell nochmals komplett vermessen.
Oktober 2007: Tatsächlich hatte der Rambler eine verzogene Tragfläche. Die rechte
Seite war leicht verdreht. Nach der Korrektur habe ich schöne Flüge mit dem Rambler gehabt. Der
Antrieb ist für die gemütliche Runde am Abend ausreichend. Loopings und Rollen sind kein Problem.
Das Getriebe ist relativ laut. Nach einem Platzüberflug in etwa 20m Höhe hatte ich eine
Störung in der Empfangsanlage. Damit versagte mein zweiter Webra Nano S6 Empfänger. Mit
einem anderen Nano S6 hatte ich bereits Probleme.
Der Rambler erlitt durch den Ausfall einen Totalschaden und befindet sich nun im Fliegerhimmel...
Einen Ersatz werde ich mir natürlich besorgen. Einen kunstflugtauglichen "immer-dabei"-Flieger
braucht man einfach.
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Steckbrief
| Steckbrief Rambler EP |
|---|
| Spannweite |
1000 mm |
| Rumpflänge |
805 mm |
| Abfluggewicht |
636 g |
| Gesamtflächeninhalt |
16.7 dm2 |
| Flächenbelastung |
38 g/dm2 |
| Servos |
2x Grpn C261, 2x Ripmax SD150 |
| Motor |
Baukasten, Speed 480 8.4V mit 2.5:1 Getriebe |
| Steller |
Kontronik Sun 4001 |
| Antriebsakku |
3s1p 1100er FePO |
| Luftschraube |
AerCC 9.5x5 M=45 |
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Weiterführende Links
First Connect Ltd. & Co. KG - Bezug und Wissenswertes zu den FePO4-Zellen
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